Zwischenbilanz

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Es ist beinahe ein Jahr her, dass ich meinen Job ziemlich halsüberkopf gekündigt habe. Ohne Plan B. Ohne Fünfjahresplan. Ohne PowerPoint-Präsentation mit Pfeilen, die nach oben zeigen.

Das Einzige, was ich damals wusste, war: So wie es war, konnte es nicht weitergehen.

Also habe ich angefangen zu schreiben.

Seitdem sind auf diesem Blog 87 Beiträge erschienen. Siebenundachtzig. Ich finde, das klingt immer noch ein bisschen absurd. Vor allem wenn man bedenkt, dass mindestens 50 weitere Texte existieren, die nie veröffentlicht wurden. Texte, die ich geschrieben habe, die sich aber am Ende nicht richtig angefühlt haben. Die deshalb nicht online gegangen sind, sondern in einer digitalen Schublade liegen.

Dieser Blog war nie als fertiges Produkt gedacht. Er war eher ein Werkzeug. Eine Art Denkraum. Ein Ort, an dem ich laut nachdenken konnte, während ich versuchte herauszufinden, wer ich eigentlich bin, wenn ich nicht mehr die bin, die ich vorher beruflich war.

Die Zwischenwelt

Als ich angefangen habe zu schreiben, hatte ich keine Ahnung, wo die Reise hingehen würde. Wirklich keine.

Ich wusste nur, dass etwas Neues kommen musste.

Relativ schnell wurde mir klar, dass es wahrscheinlich nur in Richtung Selbstständigkeit gehen konnte. Und ebenso schnell war klar, dass dieses Neue etwas Kreatives sein musste. Etwas mit den Händen. Etwas mit Ideen. Etwas, das sich mehr nach mir anfühlt als alles, was ich vorher je beruflich gemacht habe.

Was ich allerdings lange nicht wusste, war: Wie genau sieht dieses Neue eigentlich aus?

Und so hing ich eine ganze Weile in einer seltsamen Zwischenwelt fest.
Nicht mehr im alten Job.
Aber auch noch nicht wirklich in einem neuen.

Eine Phase irgendwo zwischen „raus aus dem Alten“ und „noch keine Ahnung, wie das Neue konkret aussehen soll“. Währenddessen habe ich zweimal die Woche meine Gedanken und Gefühle aufgeschrieben. Montag. Donnerstag. Woche für Woche.

Und irgendwo unterwegs, zwischen all diesen Texten, Gedanken und Gedankenschleifen, bin ich ziemlich zufällig über genau das gestolpert, was ich eigentlich machen will.

Der Moment, in dem es Klick gemacht hat

Als ich es einmal wusste, ging es plötzlich erstaunlich schnell.

Ich habe mein eigenes Kreativatelier gegründet.

Allein dieser Satz fühlt sich immer noch ein bisschen surreal an.

Noch steckt vieles in den Kinderschuhen. Die Räumlichkeiten sind zwar schon angemietet, müssen aber noch renoviert und verschönert werden. Die Ideen für Workshops stehen im Großen und Ganzen, aber die konkreten Konzepte wollen noch ausgearbeitet werden.

Trotzdem habe ich bereits wichtige erste Schritte unternommen und auch den einen oder anderen Meilenstein erreicht. Gleichzeitig liegt noch eine Menge vor mir – weitere Entscheidungen, konkrete Ausarbeitungen, organisatorische Baustellen und viele weitere Schritte auf dem Weg zu meinem Traum. Und wenn alles so läuft wie geplant, werde ich mein Atelier im Juni 2026 eröffnen können.

Darauf bin ich jetzt schon unheimlich stolz.

Und der Blog?

Die kurze Antwort lautet: Der bleibt.

sinnvolldaneben.com war nie nur ein Nebenprojekt. Dieser Blog hat mich durch ein Jahr begleitet, in dem ich nicht wusste, wo ich lande. Er war eine Art Kompass, während ich noch versucht habe herauszufinden, in welche Richtung ich überhaupt laufen will.

Und deshalb schreibe ich auch weiterhin zweimal die Woche auf, was mich gerade umtreibt. Gedanken, Beobachtungen, Fragen, kleine mentale Umwege.

Der Unterschied ist nur:
Jetzt versuche ich, diesen Blog Schritt für Schritt in mein neues Leben und meinen neuen Job zu integrieren.

Es bleibt also spannend.

Und an dieser Stelle einfach mal: Danke.

Danke an alle, die bisher mitgelesen haben.
An alle, die montags und donnerstags vorbeischauen.
An alle, die diesen kleinen Gedankenkosmos hier begleiten.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr auch die nächste Etappe dieser Reise mit mir geht.

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Heute nicht.